Klassenlager 3A1 in Fieschertal

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Unsere Woche begann zu einer humanen Zeit. Es war der 11.09.2017, Yannick wurde fünfzehn und der Himmel war bewölkt. Mit dem Zug fuhren wir zu unserer Feriendestination im Wallis, mit einem Zwischenstop in im Tropenhaus Frutigen. Der Abend war relativ eintönig, wir richteten unsere Räume ein, assen und dann fielen wir auch schon in unsere Betten. Die grosse Gletscherwanderung stand an.

Dienstagmorgen. Die Uhren zeigten 03:45 Uhr und um diese unchristliche Zeit war natürlich noch niemand wach. Nur im Döttinger Ferienhaus, da ging die Party ab! :D Naja, um ehrlich zu sein schlurften nur vereinzelt Leute in den Esssaal, der Grossteil würde bald folgen. Nach wenigen Minuten war die karge Nahrungsaufnahme schon beendet und mit schnellen Schritten gingen wir zur Gondelbahn. Mit dieser fuhren wir zur Spitze des kleinen Eggishorns, von wo wir eigentlich zum Eggishorn gehen wollten um dort den Sonnenaufgang zu bestaunen. Leider wurde nichts daraus. Es schneite und undurchdringlicher Nebel wand sich um die scharfen, umliegenden Felsspitzen. Wir hörten dem Vortrag zu, froren uns die Füsse ab, bis wir rein gingen und essen durften. Danach kletterten wir auf den Gletscher.
Plötzlich der Schock: Jemand war hingefallen, direkt an einer scharfen Kante. Ob wir wohl die Rega rufen mussten? Nein, mussten wir nicht, die Person war nämlich nur hingefallen und glücklicherweise nicht hineingefallen. Wir genossen unsere heute besonders delikate Mittagsspeise auf einer Moräne. :) Als wir wieder zurück kamen, waren wir Stolz wie Oskar, allerdings auch saumässig kaputt. Am Ende dieser Expedition hatten wir eine abgebrochene Gletscherkante, jede Menge Stürze und teils vollere, teils nicht ganz so volle Köpfe mit Informationen zu verzeichnen. Am Abend flogen wir erschöpft aber glücklich in unsere Duvets.

Der nächste Tag war unser OL - Tag. Der Morgen begann mit einem Foto OL, der Nachmittag wurde bei einer Dorfführung in Ernen verbracht und der Abend wurde durch einen Nacht OL ausgeläutet.

Der Donnerstag hatte zwei Überraschungen für uns, dazu gleich mehr. Nach einem ruhigen Frühstück führte uns unser Weg nach Brig. Die erste negative Überraschung hatten wir schon verdaut: Der Nachmittag im Brigerbad fiel wortwörtlich ins Wasser. In Brig kamen wir in den Genuss einer weiteren Führung derselben Führerin wie in Ernen, durch das Stockalper Schloss. Viele von uns deprimierte es dieselbe Führerin wie am Mittwoch zu treffen, da wir sie uns als absolute Ernerin vorgestellt hatten, welche Ernen nie verlässt. Danach folgte die zweite Überraschung, welche allerdings irgendwie mit der ersten Zusammenhing: Wir hatten die Ehre allein (naja mindestens zu dritt) durch Brig zu flanieren und die mittägliche Nahrungsaufnahme individuell selbst zu gestalten. Das Geld für letzteres wurde uns freundlicherweise von der Schule zur Verfügung gestellt, acht Franken für jeden von uns. Nach knapp anderthalb Stunden fuhr uns der Zug in unser vorübergehendes Zuhause, vorbei an unserer Lieblingsstation „Bitsch.“ Weshalb erklärt sich wohl von selbst. Den Nachmittag verbrachten wir hauptsächlich in unserem Aufenthaltsraum, in welchem wir die Lagerolympiade von Statten brachten. Am Abend liessen wir unser Klassenlager bei ein paar Spielen ausklingen.

Es war der 15.09.2017 und wir putzen unser Haus. Unser grosses vierstöckiges Haus das mit gefühlten 200 Zimmern ausgestattet war. Der letzte Tag war angebrochen. Wirklich motiviert war niemand, zudem noch die meisten nicht wirklich viel Schlaf abbekommen hatten. Nach quälenden zwei Stunden blitze das Haus förmlich, so sauber war es. Wir allerdings blitzten und glänzten überhaupt nicht mehr. Kaputt stiegen wir in den Bus, fuhren ein letztes Mal nach Fiesch, stiegen ein letztes Mal in den Zug Richtung Brig und kamen ein letztes Mal dort an. Da wir einen Bus früher als geplant genommen hatten, konnten wir uns im örtlichen Migros mit genügend Fressalien für die Reise eindecken. Wir fuhren nachhause, mit einem kleinen Umsteiger in Winterthur. In Bern war noch unsere Parallelklasse dazu gekommen. Kitschig wie im Film fielen sich die Mädchen kreischend in die Arme und die Jungs begrüssten sich mit sehr männlichen Handschlägen. In Henggart war für die ersten das Lager zu Ende, drei Minuten später in Andelfingen dann auch für den Rest. Und so endete unser letztes gemeinsames Lager, unter einem stahlblauen, mit flauschigen Wolken überzogenen Himmel.

Als Schlusswort wollen wir uns noch von ganzem Herzen bei unserer wunderbaren, aber auch konsequenten Klassenlehrerin Frau Jäger bedanken, die nun doch schon 2 mit uns und insgesamt über 30 Klassenlager überstanden hat. Wir schätzen uns glücklich eine Lehrerin zu haben die mit einem solchen Antrieb daran geht uns ein tolles und vielfältiges Lager zu bereiten und die trotz einer Knieverletzung uns noch anspornt und so viel mitmacht wie möglich. Wir danken Ihnen jetzt schon für die tolle und unvergessliche Zeit.

Die Straftäter [Annina, Leonie, Indira, Celina]